PSA –
Prostata-Spezifisches-Antigen
PSA ist ein
Eiweißstoff, gebildet von der Prostatadrüsenzelle dessen Funktion in der
Verflüssigung des Spermas liegt. Normalerweise gelangen nur geringe Mengen in
den Blutkreislauf. Somit ist das PSA ein organspezifischer Marker und kein
Tumormarker.
Zahlreiche
Faktoren können eine Vermehrung des Wertes hervorrufen – Größe der
Prostata (je mehr Prostatazellen vorhanden sind umso mehr PSA wird
produziert), Reizzustände der Prostata, mechanische Irritationen (wie zB
Radfahren, Reiten, Katheterismus, Prostatamassage, Harnverhalten), Alter,
sexuelle Aktivität aber auch der Prostatakrebs.
In den letzter Jahren wurde erkannt, dass wir uns nicht mehr nach Normalwerten
oder Grenzwerten (4ng/ml) orientieren sollen, die Dynamik des PSA-Wertes
innerhalb einer Zeitspanne ist aussagekräftig -
PSA-Anstiegsgeschwindigkeit in Kombination zum Alter, der Prostatagröße
und zum Tastbefund. Ein isolierter PSA-Wert ist hilfreich, jedoch nicht eine
ausreichende Prostatavorsorgeuntersuchung! 40% aller organbegrenzten (und
somit heilbaren) Prostatakarzinome haben „normale“ PSA-Werte. Es existiert
kein PSA-Wert, der einen Prostatakrebs ausschließt! Allerdings nur 20% aller
Männer mit PSA >4ng/ml haben ein Karzinom und nur 60% aller Männer mit
Werten >10ng/ml.
PSA –
eine hilfreiche Zusatzinformation in der Gesundheitsvorsorge, kein
PatientenStreßAktivator!
OAB -
die überaktive Harnblase (overactive bladder syndrom)
Die überaktive
Blase ist ein Symptom (keine Erkrankung) welches definiert ist als
Drangsymptomatik mit plötzlichem kaum unterdrückbarem Harndrang (mit oder
ohne Harnverlust), gehäufter Miktionsfrequenz (mehr als 8x Harnlassen pro
24h) und Nykturie (mehr als 2x Harnlassen in der Nacht). In Österreich dürften
dzt über 800.000 Menschen betroffen sein. Ab dem 60.Lebensjahr nicht mehr überwiegend
Frauen sondern auch zunehmend Männer.
Für die
normale Funktion der Harnblase ist ein funktionieren des Ablaufs von
Speicherung und Entleerung erforderlich. Erstes Blasenfüllungsgefühl ist bei
150-250ml, starker Harndrang tritt bei 350-450ml auf. Vereinfacht dargestellt
meldet die Blase dem Gehirn „ich bin gefüllt“, das Miktionszentrum
koordiniert und entscheidet „Harnlassen jetzt möglich“ somit wird die
Unterdrückung des Harnlassreflexes aufgehoben oder „Harnlassen jetzt nicht
möglich“ somit wird die Hemmung des Reflexes noch verstärkt.
Warum wird eine Blase hyperaktiv? Die Ursachen sind multifaktoriell. Vermehrte
Reize von der Blase ans Gehirn (zB durch Entzündungen, Fremdkörper oder Gewächse
in der Blase, Prostatavergrößerung); Störung der Hemmung des
Harnlassreflexes in der Schaltzentrale (zB nach Schalganfall, bei Demenz);
altersbedingte Veränderungen im Blasenmuskel (zB wird die Elastizität
vermindert – die Kapazität wird kleiner); die Innenschicht der Blase wird
durchlässiger (somit kann es zu einer vermehrten Reizung kommen). Auch
zahlreiche Medikamente können eine Überaktivität hervorrufen.
Die
Basisabklärung beinhaltet eine genaue Anamnese (incl Medikamentenliste), eine
Urinanalyse, eine Sonografie des Unterbauchs und ein Miktionsprotokoll.
Die
Eckpfeiler der Therapie sind Medikamente (Anticholinergika) und
Verhaltensmodifikationen. Der Erfolg einer eingeleiteten Therapie ist erst
nach mehr als 8Wochen zu beurteilen. Bei therapieresistenten Fällen stehen
invasivere Maßnahmen zur Diskussion (Elektrostimulation,
Blasenisnstillationen, Blaseninfiltrationen oder Operation).